UN-ZEIT/
A Late
Summer
Night’s Dream
Helge Letonja
mit Of Curious Nature
OCN präsentiert zwei eindrückliche Choreografien von Helge Letonja in einem kontrastreichen Abend, bei dem die künstlerische Bandbreite des Ensembles spürbar wird. Neben dem Zeitkommentar UN-ZEIT, der mit voller Wucht ins Herz trifft, bildet die Sinnlichkeit und Sehnsucht nach Begegnung von »A late Summer Night’s Dream« einen traumähnlichen Gegenpol.
UN-ZEIT
Mit UN-ZEIT verdichtet Helge Letonja die Zeit weltpolitischer Konflikte zu einer radikalen und mitreissenden choroegrafischen Arbeit. In einen Nebelraum hinein entwirft er hypnotische Bilder und fordert die Zuschauer zum durchdringen dieses Nebels auf. Die Wahrnehmung von Zeit zerfasert im ausdrucksstarken Tanz des Ensembles. Bewegungen der Gruppe verlieren ihre Linearität, verformen sich unnachgiebig und verstärken die Orientierungslosigkeit der Körper. Haltungen winden sich unter dem Eindruck neuer Realitäten und Paradoxien. In intimen Momenten suchen die Tänzer*innen in dieser Choreomanie nach Verlässlichkeit und Halt. Eine Person die den Nebelraum durchdringt wird zu ihrem Bezugspunkt.
Die kraftvolle Symphonie Nr. 4 von Henryk Mikolaj Górecki bildet mit ihren starken Kontrasten und spannungsvollen Akzenten den musikalischen Bezugspunkt für Letonjas zeitgenössische Choreografie voller Dynamik. UN-Zeit entstand als Kommentar zu den gesellschaftlichen Entwicklungen in der Welt – Vereinzelung, Abschottung, militärische Aggression.
A LATE SUMMER NIGHT’S DREAM
»Was wären wir ohne unsere Träume? Sie sind Motor, Antriebskraft und bilden Raum für Heilung und Selbsterkenntnis.« (Helge Letonja)
Eine Versammlung von jungen Menschen im nächtlichen Wald. Als ein Ort der Verheißung regt er die Sinne an. Die Lust, in seine geheimnisvolle Welt aus uralten Symbiosen einzutauchen und sich selbst zu vergessen, entfaltet einen Taumel der Verflechtungen. Auf der Suche nach einem besonderen Erlebnis, wirft sich die Gruppe in die aufgeladene Stimmung einer Spätsommernacht, Einzelne verfangen sich im Gegenüber. Exstatische und albtraumhafte Zustände wechseln sich ab. Als die Nacht vergeht schließt sich das Zeitfenster zum Eintauchen in diese verführerische Traumwelt wieder.
Der spanische Komponist Miguel Marin, der für seine Kompositionen im Bereich des Tanzes mehrfach ausgezeichnet wurde, entwickelt die Musik für das Stück. Marin setzt für seine bildhaften Soundscapes elektro-akustische Elemente ein, um ein eindringliches Erlebnis zu schaffen. Mit seiner Musik verstärkt er ein Eintauchen in die Bewegungswelt der Tänzer*innen. »A Late Summer Night‘s Dream« erzeugt in detailreicher und emotional ausdrucksstarker Bewegungssprache ein choreografisches Sinnbild, das die drängende Suche nach Verbundenheit aufgreift.
Über die Mitwirkenden
Als künstlerischer Leiter von steptext dance project und der Tanzkompanie Of Curious Nature hat Helge Letonja mehr als 60 weltweit präsentierte Tanzwerke geschaffen, oft realisiert in interdisziplinären und transkulturellen Kollaborationen. Zudem arbeitet er international als Gastchoreograf bei renommierten Opernhäusern und Tanzkompagnien. In seinen Arbeiten mit Of Curious Nature investiert er in somatische Bewegungsforschung und vertieft so die künstlerischen Ausdrucksformen seines Ensembles. Mit seiner eindrücklichen sinnlichen Ästhetik greift er gesellschaftlichen Zustände auf um die Komplexität des heutigen Menschen zu zeichnen. Das Repertoire reicht von dynamischen, kraftvollen Ensemblestücken über feinstoffliche Sinnbilder. Dabei lassen sich seine Arbeiten als magische visuelle Assoziationen in organischen Bühnenlandschaften bis hin zu Choreographien, die sich ganz dem Dialog zwischen Tanz und Musik widmen, einordnen. Zudem ist Helge Letonja sowohl in seiner Wahlheimat Bremen als auch bundesweit, als Vorstand im Dachverband Tanz, ein unermüdlicher Fürsprecher für die Belange des Tanzes.
Credits:
UN-ZEIT
Konzept und Choreografie: Helge Letonja
Choreografische Assistenz, Trainingsleitung: Albert Garrell
Tanz: Lys Cabral, Wan-Yun Chen, Jed Nagales, Tiago Reis, Daniel Sabia, Pere Sansaloni Servera, Carolina Verra, Agathe Mas, Panna Poszony, David Schmidt
Komposition: Henryk Mikolaj Górecki, Symphony No.4, Tansman Episodes
Kostüm: Rike Schimitschek
Licht: Laurent Schneegans
Fotos: Mariann Menke, Laurent Schneegans
A Late Summer Night‘s Dream
Konzept, Choreografie: Helge Letonja
Choreografische Assistenz, Trainingsleitung: Albert Garrell
Tanz: Lys Cabral, Wan-Yun Chen, Jed Nagales, Tiago Reis, Daniel Sabia, Pere Sansaloni Servera, Carolina Verra
Musik: Miguel Marin
Kostüm: Nicole Reiher, Cosmicstarlight
Lichtdesign: Laurent Schneegans
Kostümanfertigung: Nicola Essig, Jenny Podehl, Dominice Steffen
Fotos: Ursula Kaufmann, Laurent Schneegans
Technische Leitung: Nathaniel Johnson
Produktionsleitung: Médoune Seck
Management: Kerstin Witges
Film/Medien: Médoune Seck
Dramaturgische Beratung
Texte: Anke Euler
UN- ZEIT ist eine Produktion von TanzRAUM Nord gUG mit steptext dance project, gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, Senator für Kultur Bremen, Theater Bremen, Stiftung Niedersachsen, Karin und Uwe Hollweg Stiftung.
A Late Summer Night’s Dream ist eine Produktion von TanzRAUM Nord gUG mit dem Parktheater Iserlohn und steptext dance project, gefördert vom Senator für Kultur Bremen, der Waldemar Koch Stiftung Bremen sowie der Karin und Uwe Hollweg Stiftung Bremen.