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3 FRAGEN AN ... #8
Mamoru Iriguchi

Theaterarbeit unter den Bedingungen von Corona

Die Coronakrise verändert unseren Alltag in einem ungekannten Ausmaß. Auch wenn wir alle von den Auswirkungen des Virus betroffen sind, sehen die Herausforderungen, die sie mit sich bringen, für jede*n anders aus. Das Wissenschaftszentrum Berlin führt aktuell eine Studie zu den Auswirkungen des Corona-Virus auf den Alltag durch, um diese Veränderungen in der Erwerbsarbeit, im Privatleben und beim subjektiven Wohlbefinden zu beschreiben.

Wir fragen uns: wie aussagekräftig sind die Ergebnisse für die Kulturbranche und insbesondere für die Theaterarbeit? Freischaffende Künstler*innen, die oft projektbasiert, mobil und nicht selten prekär arbeiten, sitzen nun zum Teil unerwartet an einem Ort fest, Gruppen müssen teilweise über große Distanz versuchen, gemeinsame Projekte weiter zu verfolgen.
Für Künstler*innen mit Kindern findet mitten im Ausnahmezustand plötzlich so etwas wie eine familiäre Normalität statt: Man ist ständig beisammen, was zwar nicht weniger, aber eine andere Art der Koordination erfordert. Für alle ist gravierend, dass noch niemand weiß, wann überhaupt wieder ein regulärer Spielbetrieb in den Theatern stattfinden wird. Neben dem verworfenen Plan A muss nun ein Plan B, C und D geschmiedet werden.

Wir wollten wissen, wie die Situation der Künstler*innen und Gruppen aussieht, die seit Mitte April bei uns hätten spielen sollen, es aber wegen der geltenden Ausgangsbeschränkungen nicht können. In Anlehnung an unser Interview-Format „3 Fragen an…“ haben wir sie gefragt:

Wo bist Du gerade und wie geht’s?
Was hat sich für Dich durch Corona zum Schlechten, eventuell aber auch zum Guten verändert?
Was beschäftigt Dich gerade am meisten? Und womit beschäftigst Du Dich?

Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie geben. Sie zeugen von realen Sorgen, eröffnen aber vor allem hoffnungsvolle Perspektiven für die Theaterarbeit in der Zeit nach der Krise. Und nicht wenige der Befragten sehen in ihr ganz konkrete Chancen für die soziale und ökologische Nachhaltigkeit der eigenen Branche. Wenn wir Glück haben, werden wir uns daran erinnern!

 

3 FRAGEN AN...
#8 Mamoru Iriguchi

(Theatermacher, Frankfurt)

Entfallene Veranstaltung:
Zaungäste ›Trip of a Lifetime‹
 

Where are you and how are you doing?

I am based in Edinburgh, Scotland where the lockdown measures are still in place. My husband and I have locked ourselves in our flat pretty solidly for the last three months. But we have been well, mentally (books n videos) and physically (Youtube exercise vids for seniors).

What has changed due to corona, in a negative and perhaps also positive sense?

Pretty much everything has been cancelled, postponed or gone online. It was incredibly sad, yet, if I'm perfectly honest, spectacularly refreshing to delete the vast majority of stuff from my calendar! But this was probably because the same happened to theatre freelancers all over the world.

What are you busy with at the moment or how do keep yourself busy? Practically but also mentally.

I am actually in the midst of a residency, working on Susanne Zaun's new project. The team is currently working in Frankfurt and I am joining online. Other than that, I have been busy learning German from an old set of CD's I'd bought on ebay. After a month, I am now able to ask how much a pack of American cigarettes is and insist to pay in US dollars instead of D-Mark.
   

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3 FRAGEN AN ...

#7 Susanne Zaun (Theatermacherin, Frankfurt)
#6 Petra Serhal (Choreografin, Beirut)
#5 Antonia Baehr (Choreografin, Berlin)

#4 Darren O'Donnell (Autor/freier Künstler, Kanada)
#3 Roland Siegwald (Mobile Albania)
#2 Julia Lapperiérre (Performerin, Kanada/Berlin)

#1 Christoph Ogiermann (Komponist, Bremen)