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NOISEXISTANCE

Theorie und Praxis des Lärms

Kongress

Tickets


24.- 26. JUNI 2016
in der Schwankhalle und der Spedition

SA 25. JUNI 2016
14.00 uhr
Paul Hegarty (Vortrag)
Mattin (Vortrag)

17.00 Uhr
Iannis Xenakis (Aufführung)
Georges Nicolas Wolff (Vortrag)

20.00 Uhr
Michael Barthel (Live), CoCo (Live), Mattin/Hegarty (Live), Hure (Live), Sisto Rossi (Live)
(Reihenfolge in den einzelnen Blocks kann sich noch ändern)

Eintritt
SA Tagesticket 15€/ 9€ ermäßigt, Vorträge 6€/ 4€ ermäßigt, Konzerte 15€/ 9€ ermäßigt
SO 10€/ 6€ ermäßigt (nur AK)
Festivalticket 30€/ 18€ ermäßigt

Noise ist die Bezeichnung für ein musikalisches Genre, das in den 1980er Jahren in Japan entstand. Sämtliche traditionellen Parameter einer musikalischen Schallorganisation sind suspendiert: Metrum, Rhythmik, Harmonieführung und Melodie werden durch eine Arbeit mit Lärm, Rauschen, Verzerrungen und Störgeräuschen ersetzt. Aktuell lässt sich beobachten, wie Noise in eine unüberschaubare Menge musikalischer Genres integriert wird, als Bezugspunkt für Sound Art und Neue Musik dient und sich einen Weg in den akademischen Diskurs bahnt. NOISEXISTANCE bringt Positionen aus den Bereichen der Philosophie, Kultur- und Musikwissenschaft sowie künstlerischer und politischer Praxis zusammen, um zentralen Fragen aus dem Spannungsverhältnis von Noise, Aufruhr und Musik nachzugehen.

Paul Hegarty (IRL) – lehrt Philosophie an der Universität von Cork. Veröffentlichte 2007 mit Noise/Music – A History eine der ersten dezidierten Noise-Theorien. Sein Vortrag Noise Hunger, Noise Consumption: the question of ‘how much is enough’ wird sich mit Vereinnahmung und Ausschließung von Noise in der experimentellen Musik auseinandersetzen. (Vortrag in englischer Sprache)

Mattin (ES, D) – Mitherausgeber des 2009 veröffentlichten Readers Noise and Capitalism. Als Performer in Kontexten der Noise- und Improvisationsszene aktiv. Weltweite Vorträge zu Noise und politischer Praxis, im Rahmen dieses Kongresses zu Social Dissonance. (Vortrag in englischer Sprache)

Iannis Xenakis (GR) – In fast allen seiner Kompositionen kamen nichtmusikalische Ideen zum Einsatz. Xenakis griff dabei auf mathematische, architektonische oder philosophische Ideen zurück. La Légende d'Eer (Diatope), das 1977 entstand und sich auf einen Mythos Platons bezieht, nutzt neben computergenerierten Sounds sowohl aufgenommene instrumentale Klänge, als auch Field Recordings. Es entstand ein Stück psychoakustischer Musik, das mit seinen harschen Drones, mikrotonalen Clustern, der Einbeziehung von vorgefundenen Klanglandschaften und Sphären aus artifiziellem Rauschen viel von der zeitgenössischen experimentellen Musik vorweg genommen hat. Klangregie: Christoph Ogiermann.

Georges Nicolas Wolff (D) – studierte Philosophie und Musikwissenschaft in Köln und Hamburg. Nach langjähriger Mitarbeit bei Karlheinz Stockhausen war er Dozent für musiktheoretische Fächer in Bremen, Hamburg und Nürnberg. Er lebt heute in Hamburg als Dozent für historisch-informierte Musikpädagogik  und arbeitet zurzeit an einem Forschungsprojekt über J. S. Bachs Didaktik der polyphonen Improvisation. In seinem Vortrag Blick zurück von der Empore beschäftigt er sich mit Iannis Xenakis‘ Stück Légende d'Eer.
Michael Barthel (D) – Die Arbeiten des Leipziger Künstlers kreisen um die Frage eines eigenen Ausdrucks innerhalb codierter Sprachübereinkunft, einhergehend mit dem Thema der Verortung: Schutz, Zuflucht, Heimat - die Möglichkeiten die diesen Begriffen eingeschrieben sein wollen. In seinen Leseperformances ist es die eigene Stimme, die diese Möglichkeiten umkreist, berührt und stockt, Deckung sucht und sich sich selbst überlässt - mit sich, ein Chor.
CoCo (D) – Die Berliner Klangkünstlerin und Sängerin verwendet Diktiergeräte, verschiedenste Objekte und Instrumente und nicht zuletzt ihre Stimme, um Orte und Situationen zu dokumentieren. Die Eindrücke werden zu undefinierbaren und zerstückelten Klanggebilden mutiert, die ihre ganz eigene Rhythmik entwickeln und dabei gleichzeitig Cut-Up-Collage und obskurer Chanson sind.

Hure (D) – Das Berliner Duo spielt monochromen Noise-Rock. Vom Rock sind nur Fragmente geblieben, die ein aggressiver Autist eigenwillig zusammengesetzt hat, wobei Lautstärke und Intensität als Bindemittel verwendet wurden.

Sisto Rossi (D) - spielt Harsh Noise, Drone und Power Electronics unter den Pseudonymen Wallkeeper, Forecast, Hatred, Colony Collapse, Earth Chaos, Houses in Texas, Foxhole - um nur einige zu nennen. Nach eigenen Angaben hat er in den letzten Jahren mehrfach seine Homebase verschoben, vom Ruhrpott in den Pazifischen Nordwesten, nach Florida und zurück in den Ruhrpott.

www.noisexistance.com

Credits
Eine Veranstaltung von REM (Rapid Ear Movement) der projektgruppe neue musik Bremen e.V., Kunst- und Kulturverein SPEDITION e.V. und Galerie K' in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.
Mit freundlicher Unterstützung durch den Senator für Kultur Bremen, Wirtschaftsförderung Bremen, der Waldemar Koch Stiftung und dem Deutschen Musikrat.