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Neco Çelik

Basmala - Freund oder Feind?

dancing roads

Tickets

FR 18. NOV 2016
20 uhr

anschließend Publikumsgespräch

Eintritt
16€, 10€ ermäßigt
Bremen Pass 3€

Sie sind so weit verbreitet wie widersprüchlich, so pauschalisierend wie mächtig: die Projektionen, mit denen muslimische Männer permanent konfrontiert sind. Mal umworben und verehrt, mal verdammt und ausgegrenzt – wie bewegt man sich zwischen den Fronten eines globalen Kulturkampfes? Die von Erwartungen, Ängsten und Vorurteilen geprägten Schablonen kontert das Tanztheaterstück BASMALA mit fünf ausdrucksstarken Performern des Streetart-erprobten Ensembles Renegade. Regisseur und Choreograf Neco Çelik fragt nach Bezügen von Hip Hop und Islam, die sich zu global sinnstiftenden Elementen für junge Menschen entwickelt haben. In jüngster Vergangenheit jedoch mit negativen Vorzeichen. Wie kann es passieren, dass eine kulturelle Bewegung, die nach Gleichberechtigung und Gerechtigkeit strebt, von radikalen Gruppierungen instrumentalisiert werden kann. Wann werden ästhetische und religiöse Praktiken missbraucht? Basmala ist eine alltägliche Anrufungsformel, mit der der Segen Allahs für die eigenen Handlungen erbeten wird. Die fünf Tänzer unterschiedlichster Nationalitäten suchen persönliche Antworten und verdichten individuelle und ritualisierte Gesten zu Tanz.

 

Pressestimmen:

„Es sind starke, kraftvoll choreografierte Bilder, die mit Außenklischees spielen und den inneren Reaktionen, die sie bei Muslimen auslösen (...)."Basmala" besticht als authentisch wirkender und groß getanzter Bewusstseinsblick in fremde Welten von martialischer Schönheit und erzählt zugleich von der missbräuchlichen Macht der Kunst.“ – nachtkritik.de

„Die Aufführung ist extrem herausfordernd. Es wird keine Geschichte „erzählt“ und es werden auch keine Handreichungen zum Verständnis gegeben. Stattdessen laden Celik und seine Tänzer der Herner Urban-Dance-Truppe Renegade ein Bewegungs- und Klanggewitter auf das Publikum ab, das einen richtig durchschüttelt.“ - Der Westen

Regie: Neco Çelik | Tanz, Choreographie in Zusammenarbeit mit den Tänzern: Ibrahima Biaye, Sefa Erdik, Said Gamal, Freddy Houndekindo, Milad Samim | Licht: Jens Piske | Musik: Ana Thorvaldsdottis, Idee und Produktionsleitung : Zekai Fenerci || Fotos: Frank Kurczyk|, Frank Dieper | Produktion: Renegade / Pottporus e.V.  Video: Boonaa Mohammed (Freestyle Video Part), Haftbefehl (Lass die Affen aus dem Zoo), Haftbefehl feat. Xatar (Schmeiß den Gasherd an)| Uraufführung: März 2016, Bochum.


Neco Çelik, 1972 als Kind türkischer Immigranten in Berlin geboren, ist Choreograf, Film- und Theaterregisseur. Seine ersten filmischen Projekte und Dokumentationen realisierte er ab 1993 im Rahmen seiner Ausbildung zum Erzieher im Kreuzberger Jugendzentrum Naunyn Ritze. 2001 gründete er die Produktionsfirma 36 Pictures, mit der er zahlreiche Spiel- und Kurzfilme schuf, u, a. auch den TV-Dokumentarfilm „Kreuzberger Nächte – Junge Türken in Berlin“, der in der Reihe 37 Grad im ZDF ausgestrahlt wurde. Mit der dramatischen Komödie „Kısık ateşte 15 dakika“ inszenierte er 2006 seinen ersten türkischsprachigen Film; seither auch Bühnenstücke wie z.B. „Nathan Messias“ und „Schwarze Jungfrauen“ von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel im Berliner Ballhaus Naunynstrasse bzw. im HAU, wo er für auch Shakespeares „Romeo und Julia“ Regie führte. Auf Xavier Durringers „Ausgegrenzt“ an den Münchner Kammerspielen folgte die Inszenierung von Ludger Vollmers Oper nach Fatih Akıns Film „Gegen die Wand“ an der Staatsoper Stuttgart. „Basmala“ ist sein zweites Tanztheaterstück, nachdem er, ebenfalls mit der Tanzkompanie Renegade aus Herne, „Ruhm“ im Schauspielhaus Bochum herausbrachte. www.pottporus.de.