D E
sch wa nk hal le
x

Mobile Albania, Pneuma Szöv

Das Paplament. Ein Gast-spiel.

SA 6. FEBRUAR 2016
ab 18 uhr
Fest und kollektives Erzählritual
mit mobiler Sauna am Deich
in ungarischer und deutscher Sprache

DI 2. FEBRUAR 2016
Filmscreening ›Mókus Riviera‹
19.30 uhr im KuKooN, Buntentorsteinweg 29

28. JANUAR bis 05. FEBRUAR
Mobile Albania und Pneuma Szöv auf Wanderschaft durch die Neustadt

jeweils Eintritt frei

Es ist kalt in Bremen. Wind peitscht Regen über den kalten Asphalt. Mitten durch diese unwirtliche Stadt bahnen sich ein Holzesel und fünf Menschen ihren Weg. Die Pap-Familie hat sich auf den Weg gemacht. Im Zickzack folgen sie auf dem Eselsweg ihrer eigenen Kartographie. Eine ganze Woche müssen sie Obdach suchen, die Wesermetropole durchwandern, um Gastlichkeit zu sammeln. Wer lässt sie über seine Schwelle? Wer zeigt ihnen seine Fotosammlung? Wer ist wirklich und aus freien Stücken ein Gastgeber für Unbekannte? Was bringt uns Bremen über die Gastfreundschaft bei?

Die  Gruppen Mobile Albania und Pneuma Szöv (übersetzt ›Luftgewerkschaft‹), bilden gemeinsam die Pap-Familie. Sie haben eine Wurmzeituhr gebaut, die die Zeit auf der Basis des Verfalls von Kompost misst und einen Holzesel auf Rollen wochenlang über die Landstrassen des hessischen Hinterlands gezogen. Auf den Plätzen und Hinterhöfen von Budapest, Leipzig, Tirana, Wien und Giessen, auf Campingplätzen und Dörfern gründeten sie Blöckflötenorchester und mobile Universitäten, veranstalteten Umzüge mit erfundenen lokalen Sagengestalten und Mythen und ergänzten den öffentlichen Nahverkehr ungefragt um alternative Buslinien.
Es geht bei diesen so eigenbrötlerischen wie fantasievollen Aktionen ganz grundlegend um die Frage, wer an der Gesellschaft teilhaben kann. Den Verführungen und Ausschlüssen der Konsumgesellschaft  setzten Mobile Albania  und Pneuma Szöv künstlerische Strategien zur alternativer Alltagserfahrung entgegen. Auf gesellschaftliche Spaltungen reagieren sie mit kollektivem Zeitvertreib,  wie dem Bau eines Rieseneichhorns aus weggeworfenen Plastikflaschen in der Budapester Josefstadt, an dem Anwohner und Obdachlose, Kinder und Alte mitgebastelt, gesungen und fantasiert haben und das Angesichts dieser unterschiedlichen Einflüsse gleichzeitig Boot, Hütte und Karnevalswagen wurde.  Mit ihren selbstgebastelten Medien, analogem Eselstreetview und der Besetzung von Plätzen mit dem Paplament, einer Zusammenkunft der Pap-Familie in der Jurte aus zusammengeklaubten Wahlplakaten, fragen die Künstler_innen nach dem Umgang der Gesellschaft mit den oder dem Fremden. Wem gehört der öffentliche Raum und wer darf sich in ihm äußern?

In der Bremer Neustadt ziehen sie vom 28.1 bis zum 5.2. mit ihrem Rollesel von Haustür zu Haustür. Mit Allem und Allen, die sie auf ihrem Weg eingesammelt haben, veranstalten sie am 06.02. in und um die Schwankhalle ein Fest und kollektives Erzählritual in der beheitzten Jurte am Deich -  Mobiler Sauna inklusive. Auf dem Weg machen sie am Dienstag den 2.2. im Kulturzentrum kukoon Zwischenstopp. Dort zeigen sie ihren Film ›Mókus Riviera‹ (Eichhorn Riviera), der die Legende des obdachlosen Eichhörnchens Mókus Maxi erzählt. Eine Fabel für die aktuelle politische Situation in Ungarn, die nebenbei von der Stadtteilarbeit der Künstler_innen in der Budapester Josephstadt berichtet.

Credits
Von und Mit: Zsuzsa Berecz, Julia Blawert, Dorka Esze, Sarah Günther, Till Korfhage, Viktor Markos, Roland Siegwald, Katharina Stephan, Luca Szabados
Produktion: Mobile Albania und Pneuma Szöv.
KoProduktion: Lofft, das Theater.
Gefördert durch Stadt Leipzig, Kulturamt, Fonds Darstellende Künste, sowie ›Szenenwechsel‹, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts.

Dieses Gastspiel wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

NPN


PREMIERE 4. SEPTEMBER 2015