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Theaterwerkstatt HSB

Ach, du schnöde Grausamkeit

Holger Möller

nach einer Idee von Juli Zeh

DI 12. – SO 17.6.  20 Uhr

Eintritt
14 EURO, 9 EURO ermäßigt
Reservierung NUR unter 0421 59 05 3094. Abendkasse geöffnet ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.

›Und die gesellschaftlichen Verhältnisse, sie sind halt so.‹
 
Ein paar Jahre Zeit lässt uns Juli Zeh noch in ihrem neuen Roman ›Leere Herzen‹. Sie beschreibt eine Gesellschaft, in der sich die Wähler zunehmend von der Politik abwenden. Sie haben das Vertrauen verspielt, die wirklichen Probleme lösen zu können. Das öffnet Chancen für rechtspopulistische Parteien, eine Wählerschaft auf ihre Seite zu ziehen, die von Abstiegsängsten geplagt, sich von deren simplen Lösungsstrategien angezogen fühlen. Mit sichtbarem Erfolg. Schon im Jahr 2025 hat die ›Besorgte-Bürger-Bewegung‹ die Regierungsmacht an sich gezogen. Mit ›Effizienzpaketen‹ werden demokratische Werte abgebaut, ganz legal versteht sich, sie wurden ja von den Abgehängten und Enttäuschten gewählt. Die Gewinner, diejenigen also, die sich um ihre Existenz wenig Gedanken machen müssen, ist die Anschaffung einer Waschmaschine wichtiger als die wehrhafte Verteidigung demokratischer Werte.
In solch einem gesellschaftlichen Klima gedeihen (bei Juli Zeh) einerseits pragmatische aber auch zynisch wirkende Geschäftsmodelle, wie z. B. Selbstmordgefährdete nicht nur von ihrer Tat abgebracht, sondern zum Vollzug geführt werden können. ›It´s a suicide world‹
 
Wohin führt diese Bewegung aus Hass, Wut und Gewalt?  Zu einem Rückfall der Geschichte? Auf ein Schlachtfeld, das wir begraben glaubten? Elfriede Jelinek kommt ins Spiel. In ihrem neuen Stück ›Am Königsweg‹ beschreibt sie, wie ausgerechnet die Abgehängten der Globalisierung sich neue Vorkämpfer suchen – König Trump – und sieht sich bei der Betrachtung der gegenwärtigen Lage selbstironisch als tobende Alte, die mit dem Blindenstock auf ihre Gegner eindreschen will. Ohne Erfolg. Jeder Versuch, den Abgehängten und die von ihnen zum neuen König Ernannten die Schuld für die Krise zuzuweisen, fällt auf die Ankläger zurück. Der Grund dafür, die  WAHRHEIT  ist auf der Strecke geblieben. ›SEHEN werden sie nicht mehr können, denn sie werden blind sein.‹ Was, sie wollen diese Blindheit nicht? ›Nun der König hat alle Blindheit aufgekauft, weil er deren Vorteile gesehen hat. Einem Blinden glaubt man alles, er kann ja nicht lügen, weil er die Wahrheit nie kennenlernt.‹ (Jelinek)
 
Credits
DARSTELLER*INNEN   Franziska Auer, Ronja Buhmann, Jonas Kampmeier, Kaja Buse, Sina-Marcella Dünkel, Miriam Meins, Marc Otto, Lara Paul, Gangyue Pei, Frigga Porsch, Helena Reining, Günther Schneider, Miron Ivanov, Yasmin Voß, Paul Mattlin, Yuanyuan Wang, Anna Overbeck, Nadja Rosario, Felix Weiß
LIVE MUSIK   Florian Oberlechner (Akkordeon), Mathias Büsseler (Schlagzeug)
CHOREOGRAFIE   Tim Gerhards                
MEDIALE INSTALLATION   Ilkay Güler    
LICHT- UND TONTECHNIK   Team Schwankhalle, Pirko Tönnishoff    
KOSTÜME UND MASKE   Lara Paul    
DESIGN   Inga Herzberg    
KÜNSTLERISCHE LEITUNG   Holger Möller