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denkBAR*anders

Arbeit am Selbst

Tanz, Vortrag und Diskussion

SA 10. SEPT 2016
18 bis ca. 22.30 Uhr

Eintritt frei

2009 entwarf die Schriftstellerin Juli Zeh in ihrem Roman ›Corpus Delicti‹ die Zukunftsvision einer Gesundheitsdiktatur. Sie zeichnete das Bild einer Gesellschaft, in der jede Abweichung von einer genormt gesunden Lebensführung bestraft wird. Ganz so weit sind wir noch nicht, aber tatsächlich ist das Streben nach Perfektion und Produktivität sowohl in der Arbeitswelt als auch im Privaten längst zur Maxime geworden. Man hält sich körperlich fit und übt sich in Entspannungstechniken, um länger arbeiten zu können. Hierzu bedient man sich einschlägiger Ratgeber und Fitness-Apps. Das Perfide an dieser ›Arbeit am Selbst‹ ist, dass wir meinen, unser Leben selbstbestimmt zu gestalten, obwohl wir damit nicht zuletzt den Anforderungen des Kapitalismus gerecht werden.

Diese Zwickmühle wird zum Gegenstand künstlerischer und wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Die Wiener Choreografin Doris Uhlich und die Frankfurter Soziologin Stefanie Duttweiler stellen unterschiedliche Praktiken der ›Arbeit am Selbst‹ vor und diskutieren sie mit der Tanzwissenschaftlerin Maren Witte. Dabei stehen u.a. folgende Fragen im Mittelpunkt:
Wie sind die Praktiken der Selbstoptimierung zu deuten? Wie werden gesellschaftliche Anforderungen in individuelle Selbsttechniken übersetzt? Und welche Formen Widerstands sind aus feministischer Perspektive denkbar?